Es war einmal in Cornwall... "Cornish Pasties"

- Gastbeitrag mit Rezept von Genussindianer & Koch Karsten Stockhecker -

Teigtasche Cornish Pasty - Spezialität aus Südengland
©Mark Camp

Spätestens seit die Romane von Rosamunde Pilcher mit den eindrucksvollen Bildern verfilmt wurden, kennt man Cornwall und weiß von der Schönheit der Gegend im Süden von England.


Als Genuss-Indianer habe ich mich gefragt, ob es ein typisches Gericht aus Cornwall gibt. Und ich habe eins gefunden, sogar mit einer interessanten Geschichte, das meiner Meinung nach zum Nachkochen einlädt.


Gemeint sind die Cornish Pasties, die gefüllten Teigtaschen aus Cornwall.

 

Sie sind gemeinhin mit Rindfleisch, Kartoffeln, Steckrüben und Zwiebeln gefüllt. Die Taschen sind sättigend, eine komplette Mahlzeit, die man einfach erwärmen oder kalt essen kann.

 

 

 

Woher kommen die leckeren Pasties?

Die Geschichte dieser Teigtaschen beginnt ungefähr im 13. Jahrhundert. In dieser Zeit waren sie, wie soll es anders sein, den höheren Klassen vorbehalten. Sie konnten damals mit dem genannten Rindfleisch, aber auch mit Meeresfrüchten, Lamm oder als süße Variante mit Obst gefüllt sein. Sie entwickelten sich über die Jahrhunderte zu einer Speise für die Farmer und Bergleute. Gefüllt wie ein Eintopf, konnte man sie mit den Fingern essen und brauchte so keinen Teller oder Besteck.
Für die Bergleute in den Zinnminen hatten die Teigtaschen noch einen weiteren Vorteil.


Beim Abbau von Zinn wurde giftiges Arsen freigesetzt. Da die Arbeiter zum Mittagessen nicht die Minen verlassen und somit nicht die Hände waschen konnten, fassten sie die Pasties an der dicken Kruste an und aßen diese Kruste nicht mit. Die kontaminierte Kruste wurde weggeschmissen. Die Minenarbeiter, alle etwas abergläubisch, glaubten an Minenkobolde, die die Essensreste gegessen haben und durch das Arsen vergiftet wurden.


Auch interessant ist, dass die Ehefrauen der Bergleute die Initialen der Ehemänner in den Teil, der weggeworfen wurde, eingearbeitet haben. So hatte jeder seine Lieblingspasties. Ich finde diese Pasties lecker. Man kann sie mit den Sachen befüllen, die einem schmecken, die man regional und saisonal bekommt. Sie sind eine tolle Mahlzeit für das Büro. Abends gemacht, morgens eingepackt, sind sie eine optimale, vollwertige Mahlzeit. Auch eine vegetarische Variante ist möglich.

Der Koch

Karsten Stockhecker

Tel.: 030-54820539
Mobil: 0157 5741 9857
E-Mail: karsten@stockhecker.de

www.stockhecker.de


Danke, Karsten, für das leckere Rezept und die Geschichte dahinter!

 

Da das Reisen nach Cornwall wegen Corona gerade etwas eingeschränkt ist (...grummel...), können wir uns mit diesem Rezept ein bisschen Urlaubsfeeling auf den eigenen Tisch holen. Viel Spaß beim Nachkochen, bz. -backen und natürlich ... hmmmmm... Genießen!