My own Travel goes exotisch

Unsere Entdeckungstour durch Costa Rica

Der Tukan ist mit seinem riesigen bunten Schnabel ein großer und prägnanter Vogel in Costa Rica

Üppiger grüner Urwald mit fantastischer Geräuschkulisse, exotische Tiere, magische Küste und herzliche Gastfreundschaft in luxuriösen Lodges  - wo fange ich bloß an, um diesem wunderbaren Land gerecht zu werden?

 

Der Alltag hat uns längst wieder und endlich komme ich dazu, meine Eindrücke von unserer letzten großen Reise niederzuschreiben. 

 

Eine Tour durch Costa Rica war ein Gedanke, den wir schon ein paar Jahre mit uns herumtrugen. Durch unsere Spezialisierung auf Europa, die wir auch keinesfalls aufgeben wollen, ist der Plan in unseren Köpfen ganz nach hinten unten rechts gerückt (ich kenne mich in der Gehirnforschung nicht so aus, das kann auch woanders gelandet sein!) und war schon fast verschüttet. Durch Gespräche mit Kunden, die uns immer mal wieder fragen, ob wir denn nicht auch außerhalb von Europa etwas anbieten würden, rückte das Ziel wieder in den Fokus unserer Aufmerksamkeit.

 

Denn wir suchten ein Ziel, das es in dieser Form in Europa landschaftlich nicht gibt und das auch im Winter gut zu bereisen ist, mit einem guten Schuss Exotik, aber mit vernünftiger Infrastruktur. Um es gleich vorwegzunehmen: Die Sache mit der Infrastruktur in Costa Rica ist ein bisschen zweischneidig. Aber dazu gleich mehr.

 

Regen- oder Nebelwald?

Das Land lebt auf jeden Fall von seiner üppigen Natur, die zudem sehr vielfältig ist. Blumen, die wir nur als Zimmerpflanzen kennen, wachsen hier wie Unkraut, sehr dekoratives Unkraut, wie ich allerdings zugeben muss. Grandios ist der Regenwald, mit seinen unendlichen Schattierungen von Grün. Fast erwartet man, dass sich Tarzan neben einem mit einer Liane durch die Lüfte schwingt. Genossen haben wir vor allem die ungewohnten Geräusche, die in der Dunkelheit um einige Dezibel anschwellen. In diversen tollen Lodges wird die Natur bewusst mit in die Zimmer geholt, indem einen statt Mauern und Fenstern nur Insektengitter von draußen trennen. Ich fand es übrigens beruhigend zu wissen, dass neben Mücken auch die diversen Kriech- und Spinnentiere draußen bleiben, ich aber trotzdem mittendrin im Geschehen bin. Ein absolut fantastisches Erlebnis!

 

Fans von breiten, von Palmen bewachsenen Stränden, türkisfarbenem warmen Wasser und Wellen kommen ebenfalls nicht zu kurz. Costa Rica punktet mit der paradiesischen Karibikseite, die allerdings touristisch auch stark erschlossen ist und der etwas ursprünglicheren Pazifikküste mit vielen wunderschönen Naturstränden, die uns besonders gut gefallen haben.

 

Dabei ist Costa Rica nicht nur tropisch, wie man vielleicht vermuten möchte. Das Talamanca-Gebirge ragt bis auf über 3.500m in die Höhe. Weiter oben wartet dann zwar auch noch Urwald, allerdings ist dies hier der berühmt-berüchtigte Nebelwald. Artenreich und faszinierend. Und schön kühl ist es auch meistens, da kann man sich zwischendurch vom - für Mitteleuropäer manchmal etwas anstengenden - feucht-warmen Klima erholen. 

 

Im Zentrum Costa Ricas gruppieren sich einige (teils aktive!) Vulkane. Manchmal verschwinden die brummelnden Riesen auch unter einer dichten Wolkenmütze. Beim Versuch eines Besuchs des Irazú waren wir z.B. in einer dicken Suppe gefangen, die uns zum Umkehren zwang, während der Arenal sich von seiner schönsten Seite zeigte. Die hier überall angebotenen heißen Thermalquellen haben wir übrigens nicht ausprobiert, es war uns außen schon warm genug. Diesen wird allerdings auch therapeutische Wirkung nachgesagt, also vielleicht doch keine schlechte Idee, das mal auszuprobieren.

 

Faszinierende Tier- und Pflanzenwelt

Wer immer schon mal wissen wollte, wie denn Kaffee oder Kakao wächst, der hat hier auf diversen Plantagen die Möglichkeit, sich alles anzugucken und erläutern zu lassen. Sogar Schokolade kann man selbst machen - ich weiß nun, wie man die harte Schale der Kakaofrucht ganz einfach und ohne Werkzeug aufbekommt. Übrigens schmeckt das Fruchtfleisch, das die Bohnen im Inneren umschließt, eher wie Litschi und überhaupt nicht nach Schoko. Denn die Bohnen sind per se bitter und der Kakaobaum will natürlich, dass seine Bohnen, also die Samen, von geneigten Tieren weitergetragen werden und so greift er ganz einfach zu dem Trick der süßlichen Beigabe, die auch Affen total lecker finden. 

 

Apropos Affen und andere Tiere. Davon begegnen Ihnen in Costa Rica reichlich. Von den fidelen Affen gibt es unterschiedliche, von den akrobatischen Spinnenaffen, die sich mit ihren langen Armen und Beinen scheinbar mühelos durch das Geäst im Urwald bewegen, über die frechen kleinen Kapuzineräffchen bis hin zu den nicht zu überhörenden Brüllaffen.

 

Der heimliche Favorit vieler Besucher aber ist das Faultier. Wahrscheinlich, weil es durch seine gemütliche Art einfach nur sympathisch wirkt und außerdem immer ein Lächeln auf den Lippen hat. Meist sieht man es nur als Fellknäuel in Astgabeln, besonders auf der Karibik-Seite laufen sie allerdings auch schon mal über die Straße. Und es ist natürlich ungefährlich, im Gegensatz zu manch anderem tierischen Gesellen in den tropischen Gefilden. Ich muss allerdings dazu sagen, dass giftige Tiere wie Schlangen oder Spinnen meist nur nachts unterwegs sind und auch da nicht unbedingt auf Touristen lauern. Die meisten Unfälle passieren auf Plantage, wo sich die Tiere verstecken und durch Arbeiter aufgeschreckt werden. Ernsthafte Zwischenfälle, in denen Touristen verwickelt werden, sind äußerst selten. Und man muss ja auch nicht unbedingt in Flip-Flops durch den Urwald latschen. Da haben sich für uns am ehesten Gummistiefel bewährt, die viele Hotels für ihre Gäste bereithalten und die selbst auf 2-3-stündigen Touren überraschend bequem sind. Und bei plötzlich auftretenden Regenschauern zudem extrem praktisch! Hilfreich sind übrigens auch die Regenponchos. Man sollte sich gleich zu Beginn der Reise mit einem stabilen Exemplar ausrüsten. Auf den Touren bekommt man überall auch dünne Einmal-Ponchos, die aber nicht sehr nachhaltig sind. Unsere herkömmlichen Regenjacken sind bei den dortigen Platzregen übrigens nur bedingt brauchbar. Ponchos schützen auch den Rucksack samt Kamera und diversem Elektronik-Equipment sowie die Hosen (ein nicht zu unterschätzender Vorteil...).

 

Viele Besucher kommen natürlich auch wegen der Schildkröten! Jedes Jahr versammeln sich tausende Meeresschildkröten an den Stränden der pazifischen und der karibischen Seite, um dort ihre Eier abzulegen. Je nach Schildkröten-Art sind die Zeiten unterschiedlich. Ein faszinierendes Schauspiel, das sich gut beobachten lässt. 

 

Was sich für uns absolut bewährt hat, ist, sich in die Hände erfahrener Guides zu begeben. Normalerweise erkunden wir die Umgebung lieber auf eigene Faust als in einer geführten Gruppe. Man muss allerdings in diesem Fall ganz klar sagen, dass wir viele Tiere, darunter diverse Vögel, z.B. den majestätischen Quetzal mit seiner langen dekorativen Schwanzfeder, oder witzige Insekten, wie "lebende Zweige" (die tatsächlich aussehen wie kleine Äste), ohne das geschulte Auge der Führer gar nicht erst gesehen hätte. Die meisten haben darüber hinaus auch noch sehr gute Ferngläser dabei, durch die man die Details noch besser erkennen und sogar ziemlich gute Handy-Fotos zum Angeben machen kann! Ganz nebenbei erfährt man natürlich auch noch eine Menge Interessantes zum Land und seinen Bewohnern.

 

Gute Straßen, schlechte Straßen

Costa Rica ist ein touristisch sehr gut erschlossenes Land und in diesem Bereich perfekt organisiert. In den Hotels und Restaurants in Touristenregionen sprechen fast alle sehr gut Englisch und man kann sich grundsätzlich darauf verlassen, dass Termine eingehalten werden. Für den deutschen Urlauber eine nicht unerhebliche Qualität! Die Menschen sind hier darüber hinaus unglaublich freundlich und hilfsbereit, auch Fremden gegenüber. 

 

Scheuen Sie sich also nicht nach dem Weg zu fragen, wenn Sie sich verfranzt haben. Auch wenn der Tico, so nennt sich der Costa Ricaner selbst, kein Englisch spricht, irgendwie kommt man immer zurecht. Zur Not wird halt der Nachbar oder jemand anderes zu Rate gezogen oder die Verständigung läuft über Hände und Füße.

 

Während die Hauptrouten durch das Land gut ausgebaut und geteert sind, können einen die Nebenstrecken schon mal vor fahrerische Herausforderungen stellen. Eine (gute!) Straßenkarte ist ein Muss. Gar nicht verlassen darf man sich auf die Navigationsgeräte. Ich glaube, die sind alle asiatisch und wollen ihr Gesicht nicht verlieren indem sie zugeben müssen, den Weg nicht zu kennen... So schickt einen das kleine Kästchen dann mit stoischer Ruhe in die falsche Richtung in Einbahnstraßen, Sackgassen oder auf bessere Wanderwege. Also - hier ist die gute alte Karte dein bester Freund.

 

Auf alle Fälle ist es sehr empfehlenswert, sich in einem Wagen mit Vierradantrieb fortzubewegen. Denn wie bereits beschrieben, ist Costa Rica teils gebirgig und die (ich sage mal wohlwollend) "Routen" sind hier oft sehr steil und unbefestigt. Wir hatten zuerst das falsche Auto und waren tatsächlich mal zum Umkehren gezwungen, weil nix mehr ging. Manchmal führt die Straße durch Bäche und kleine Flussbetten hindurch. Auch Schlaglöcher sind auf Nebenstrecken keine Seltenheit. Geflügeltes Wort, nachdem wir uns die Schweißperlen von der Stirn getupft haben: "Das ist Teil des Abenteuers!"

Nachtrag: Schauen Sie doch mal in unsere ganz neuen Reiseideen Costa Rica!